Ratschläge zu Ihrer Marcumar®-Therapie

Der Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung Cham hat einen neuen Ratgeber zur Marcumar®-Therapie verfasst:

"Was ist eine Marcumar®-Therapie?

Es ist eine Therapie zur Hemmung der Blutgerinnung mit dem Ziel, ein Verklumpen von Blutbestandteilen in den Blutgefäßen zu verhindern.

Im Folgenden sprechen wir, wegen der allgemeinen Geläufigkeit, nur von „Marcumar®“, wobei die Empfehlungen entsprechend für alle Tabletten mit dem Wirkstoff „Phenprocoumon“ gelten.

Ihre Marcumar®-Therapie ist sicher, solange Sie die wichtigen folgenden Punkte beachten!

 

Was soll ich tun?

  • Nehmen Sie Ihre Tabletten jeden Tag zur gleichen Zeit ein! Am besten ist die abendliche Einnahme vor dem Zubettgehen. Es empfiehlt sich, in einem Kalender jede Einnahme einzutragen.
  • Der Marcumar®-Ausweis muss immer mitgeführt werden (Unfall!).
    • Nehmen Sie den Marcumar®-Ausweis immer mit zu Ihrem Arzt oder Zahnarzt und weisen Sie unbedingt bei jedem anstehenden chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriff auf Ihre Marcumar®-Therapie hin.
    • Zeigen Sie diesen Ausweis auch Ihrem Apotheker, wenn Sie Rezepte einlösen oder Arzneimittel kaufen.
  • Wenn Sie Marcumar® einnehmen, müssen regelmäßige Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Hierbei wird die Gerinnungsfähigkeit getestet, und die Ergebnisse dieser Untersuchungen bestimmen die jeweilige Dosis, die Sie benötigen. Sollten Sie einen solchen Untersuchungstermin nicht einhalten können, teilen Sie dies Ihrem Arzt oder dem Krankenhaus mit, um einen neuen Termin zu vereinbaren.
  • Informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie Blutungen bemerken. Beispielsweise:
    • Blutungen, die nicht von selbst aufhören
    • Nasenbluten oder Zahnfleischbluten
    • ungewöhnlich viele Hämatome ohne bewusstes Stoßereignis
    • roter oder dunkelbrauner Urin
    • roter oder schwarzer Stuhl
    • Bei Frauen: verstärkte Blutungen während der Periode (oder jede andere Scheidenblutung)
    • verlängerte Blutungen nach Schnittverletzungen
  • Erhöhte Vorsicht gilt bei der Einnahme von Schmerzmitteln. Eine kurzzeitige, niedrig dosierte Anwendung von Paracetamol ist nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker möglich.

Was soll ich nicht tun?

  • Vergessen Sie möglichst nie, Marcumar® einzunehmen! Sollte es doch einmal passieren, vermerken Sie dies in Ihrem Kalender oder Therapiepass.
    • Bemerken Sie die vergessene Einnahme innerhalb der nächsten 12 Stunden, kann die Einnahme nachgeholt werden.
    • Nach mehr als 12 Stunden sollte die Einnahme entfallen.
    • Falls Sie mehrmals hintereinander Ihre Marcumar®-Therapie vergessen haben, fragen Sie Ihren behandelnden Arzt.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihr Marcumar® schon eingenommen haben oder nicht, nehmen Sie auf keinen Fall eine „Extra-Dosis“ ein.
  • Nehmen Sie gegen Schmerzen weder Acetylsalicylsäure (z.B. ASS, Aspirin®), noch irgendein Arzneimittel, das Acetylsalicylsäure enthält (z.B. Thomapyrin®) ein, es sei denn, es wird Ihnen von einem Arzt, der von Ihrer Marcumar®- Therapie Kenntnis hat, verordnet. Dieser Wirkstoff kann bei Ihnen zu Blu- tungen führen. (Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob in einem Arzneimittel Acetylsalicylsäure enthalten ist, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker).
  • Viele andere Arzneimittel können mit Marcumar® zu Wechselwirkungen führen. Daher teilen Sie jede Änderung Ihrer Arzneimitteleinnahme sowie die zusätzliche Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (Vitaminpräparate, Stärkungsmittel, etc.) Ihrem Arzt und Apotheker mit.
  • Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholgenuss.
  • Vermeiden Sie Diäten oder extreme Ernährungsumstellungen.
  • Lassen Sie Ihren Vorrat an Marcumar® nicht zu knapp werden.

Marcumar® und Ernährung

Vitamin K ist der natürliche Gegenspieler von Marcumar®. Es ist aber nicht not- wendig, alle Vitamin K-haltigen Lebensmittel ängstlich zu meiden. Eine spezielle Marcumar® Diät gibt es nicht! Die Ernährung sollte ausgewogen und vitaminreich sein. Entscheidend ist die möglichst gleichbleibende Ernährungsweise. Die Dosierung von Marcumar® kann bei entsprechenden Kontrollen an jede Kostform angepasst werden. Größere abrupte Ernährungsumstellungen z.B. Obsttage, Diät mit viel grünem Gemüse, sollten vermieden werden. Bei längerfristigen Ernährungsumstellungen, z.B. im Rahmen von Auslandsreisen oder Reduktionsdiäten, sollte die Gerinnung häufiger kontrolliert und ggf. die Dosierung angepasst werden.

Marcumar® und Impfungen

Falls Impfungen nötig sind, z.B. vor Auslandsreisen oder als normale Auffrischungsimpfung, weisen Sie den Arzt auf Ihre Marcumar®-Behandlung hin, und bitten Ihn um eine Impfung unter die Haut. Spritzen in den Muskel sind wegen der Blutungsgefahr möglichst zu vermeiden. Spritzen in die Vene und unter die Haut sind jederzeit möglich. Praktisch alle Impfungen sind durchführbar, da die meisten Impfstoffe auch unter die Haut gespritzt werden können.

Marcumar® und Auslandsreisen

Klimaveränderung, andere Kost, Zeitumstellung, Erholung etc. können Ihre Blutgerinnung verändern. Kontrollieren Sie v.a. in den ersten Tagen Ihres Urlaubes Ihre Blutgerinnung häufiger. Falls Sie Ihre Gerinnungswerte nicht selbst messen, lassen Sie sich vor Ihrer Auslandsreise Ihre Gerinnungswerte von Ihrem Hausarzt in INR-Werte (internationaler Standard) umrechnen. Nehmen Sie Ihren Marcumar®-Ausweis mit auf die Reise und erfragen Sie in Ihrer Apotheke wie Ihr Medikament im Urlaubsland heißt. Das CoaguCheck® XS-Gerät im Handgepäck eventuell mit einer mehrsprachigen Zollerklärung mitführen. Die Teststreifen für das CoaguCheck® XS-Gerät sind bei Raumtemperatur bis zum aufgedruckten Verfalldatum haltbar.

Marcumar® und Sport

Alle Sportarten – besonders Ausdauersport können je nach individueller Belastbarkeit und Grunderkrankung nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ausgeübt wer- den. Bei einigen Sportarten besteht jedoch eine erhöhte Verletzungsgefahr."

Quelle und © Bayerische Landesapothekerkammer, Maria-Theresia-Str. 28, 81675 München.

Dieses Merkblatt wurde entwickelt vom Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung Cham unter Leitung von Frau S. Stipanitz. Die Mitglieder des Qualitätszirkels haben die vorliegenden Informa- tionen mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengetragen. Verfasser und Herausgeber übernehmen keinerlei Gewähr, insbesondere für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

 

Stand: 2. Auflage, September 2011


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