Keine Panik bei Kopfläusen

Kopflausbefall ist so alt wie die Menschheit und jeder kann von Läusen befallen werden.

Diese Plagegeister breiten sich gernein Kindergärten, Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen aus, also überall dort, wo viele Kontaktmöglichkeiten bestehen.

 

Aber keine Panik - Kopfläuse lassen sich in die Flucht schlagen. 

Lesen Sie im folgenden die vom Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung Bamberg unter Leitung von Frau Gabriele Schatz erarbeiteten Hintergrundinformationen und Tips. 

 

Erreger

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein flügelloses circa 2 – 3,5 mmgroßes Insekt, das von Mensch zu Mensch übertragen wird.

  • Lebenszyklus der Kopflaus:
    Ei --> Larve --> geschlechtsreife Laus
  • Die weibliche Laus klebt ihre frisch gelegten vier bis acht Eier pro Tag knospenartig wenige Millimeter über der Kopfhaut an den Haarschaft. Nach acht bis zehn Tagenschlüpft die Larve aus der Eihülle. Die Larve ist nach weiteren acht bis zehn Tagen geschlechtsreif. Zurück bleiben die leeren Eihüllen (Nissen), die durch ihr Aussehen leichter zu erkennen sind. 
  • Eihüllen mit Inhalt erscheinen dunkel. Leere Eihüllen sind durch ihr helleres Aussehen zu erkennen und können auch nach Beseitigung der Läuse noch vorhanden sein (dann sind sie weiter entfernt von der Kopfhaut zu finden).

Krankheitsbild

  • Kopfläuse ernähren sich durch Saugen von Blut. Durch den Biss und den Speichel der Laus kann ein starker Juckreiz entstehen (hinter den Ohren, im Nacken und am Hinterkopf). Auch Lymphknotenschwellungen sind möglich.
  • Durch heftiges Kratzen können sich die Stiche entzünden. In diesen Fällensollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Wie können Sie die Läuse erkennen?

  • Mit Hilfe eines Nissenkamms sollen die mit Wasser und einer Haarpflegespülung angefeuchteten Haare systematisch auf Kopfläuse und deren Nissen untersuchtwerden, besonders in Kopfhautnähe, im Nacken und im Bereich hinter den Ohren. Die Untersuchung soll vorzugsweise bei Tageslicht vorgenommen werden.
  • Halten Sie dabei den Kopf über ein Waschbecken oder eine Badewanne.
  • Beim Kämmen der Haare vom Hinterkopf nach vorne fallen die Läuse aus den Haaren und können, falls vorhanden, mit einer Lupe untersucht werden.
  • Schwer auskämmbar sind dagegen die Eier der Läuse. Sie haften in der Regel sehr fest am Haarschaft.
  • Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach einem geeigneten Nissenkamm (nicht jeder Nissenkamm ermöglicht ein zuverlässiges Auskämmen der Nissen).

Behandlung / Behandlungsfehler

Behandlung:

  • Anwendung eines zugelassenen Läusemittels und 
  • sorgfältiges Auskämmen mit Haarpflegespülung und einem geeigneten Läusekamm

Wiederholungsbehandlung:

  • Nach der Erstbehandlung (= Tag eins) muss am Tag acht, neun oder zehn unbedingt eine Wiederholungsbehandlung erfolgen, auch wenn es in der Gebrauchsanweisung anders angegeben ist. 

Auskämmen:

  • alle vier Tage (Tag eins, fünf, neun und dreizehn)

Mögliche Behandlungsfehler können sein:

  • zu kurze Einwirkzeiten
  • zu geringe Menge des Mittels
  • ungleichmäßige Verteilung des Mittels
  • zu starke Verdünnung des Mittels wegen triefend nassem Haar
  • nicht durchgeführte Wiederholungsbehandlung

Ihre Apotheke wird das richtige Mittel für Sie auswählen und kann Ihnen genauerklären, wie die Anwendung erfolgen muss.

Verhaltensregeln

  • Die Behandlung muss genau nach Vorschrift des ausgewählten Präparates erfolgen.
  • Alle Kontaktpersonen sind auf Läusebefall zu untersuchen.
  • Falls mehrere Familienmitglieder betroffen sind, müssen alle Personen am selbenTag behandelt werden.
  • Genaue Behandlung nach Vorschrift; diese kann von Präparat zu Präparatverschieden sein.
  • Genaue Mengenangaben der Hersteller (kurze, mittellange oder lange Haare) müssenbeachtet werden.
  • Die Anwendung sollte immer vom Nacken nach vorne erfolgen.
  • Die Präparate dürfen nicht im Bereich der Augen oder auf Schleimhäutenangewendet werden.

Woran Sie noch denken müssen!

  • Alle Kontaktpersonen müssen unterrichtet werden.
  • Eltern müssen Gemeinschaftseinrichtungen über den beobachteten Lausbefall informieren. Die Leiter haben eine Unterrichtungspflicht gegenüber dem Gesundheitsamt.
  • Erziehungsberechtigte sind für die ordnungsgemäße Behandlung der Kinder verantwortlich.

Zusatzempfehlungen

  • Kämme, Bürsten, Haarspangen werden in heißer Seifenlösung gereinigt, am besten mit einer Handwaschbürste oder einer alten Zahnbürste.
  • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung müssen gewechselt und folgendermaßen behandelt werden:
    · Waschen bei mindestens 60 °C (wenn möglich)
    · Lagerung in einem gut verschlossenen Plastikbeutel für etwa drei Tage (zum Beispiel auch Kuscheltiere)
  • Teppiche, Polstermöbel, Autositze, Kopfstützen werden sorgfältig abgesaugt, Filterbeutel werden anschließend weggeworfen. 
  • Eine Desinfektion von Polstermöbeln oder die Behandlung von Teppichen mit Insekten vertilgenden Mitteln ist nicht notwendig. Bei Matratzen genügt das Absaugen (Läuse gelangen nicht ins Innere der Matratze).
  • Für die Haarwäsche wird ein neutrales Shampoo empfohlen.
  • Fettige Haare sollten vor der Anwendung der Präparate gewaschen werden.
  • Während der Einwirkzeit der Läusemittel dürfen die Haare nicht mit einem Handtuch abgedeckt werden (Läuse können sich im Handtuch verkriechen).

Übertragungsgefahr

Nach sofortiger und korrekter Behandlung mit einem zugelassenen Läusemittel, kombiniert mit nassem Auskämmen, kann in der Regel bereits am nächsten Tag die Schule oder eine Kindertagesstätte wieder besucht werden. Die Wiederholungsbehandlung mit dem Läusemittel sowie das wiederholte sorgfältige Auskämmen müssen durchgeführt werden. Die Eltern der Kinder, die die gleiche Klasse oder Kindergruppe besuchen, müssen schnellstmöglich über das Auftreten von Kopfläusen informiert und zur Kontrolle ihrer Kinder aufgefordert werden. Die örtlichen Gesundheitsämter regeln zusammen mit den für die Gemeinschaftseinrichtungen zuständigen Behörden, in welcher Form (mündlich, schriftlich, ärztliches Attest) der Nachweis über die erfolgreich durchgeführte Behandlung zu erbringen ist.

Was Sie nicht tun sollen

Hausmittel sind zur Behandlung von Kopfläusen ungeeignet! Das radikale Kürzen der Haare oder komplettes Abrasieren zu einer Glatze sind nicht nötig!

Quelle und ©:

Bayerische Landesapothekerkammer, Maria-Theresia-Straße 28, 81675 München
Dieses Merkblatt wurde entwickelt vom Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung Bamberg unter Leitung von Frau Gabriele Schatz. Die Mitglieder des Qualitätszirkelshaben die vorliegenden Informationen mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengetragen. Verfasser und Herausgeber übernehmen keinerlei Gewähr, insbesondere für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

Stand: 2. Auflage, September 2011


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